Eschweiler – Für das geplante „Marktquartier“ am Rathaus in Eschweiler gibt es konkrete Vereinbarungen: Die Stadt hat mit dem Bauunternehmen Ten Brinke Verträge zum Erwerb von Teilflächen abgeschlossen. Das Gesamtvolumen liegt bei knapp 10,8 Millionen Euro, hinzu kommen Erwerbsnebenkosten, wie die Stadt Eschweiler mitteilte. Das brachliegende Areal soll damit wieder genutzt werden. Geplant ist dort ein urbanes Quartier, das Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Aufenthaltsflächen verbindet.
Die Verträge im Überblick
Der erste Vertrag betrifft den Ankauf einer rund 4.200 Quadratmeter großen Grundstücksfläche durch die Stadt. Eingeschlossen sind die angrenzenden öffentlichen Areale mit Geh-, Fahr- und Parkwegen. Auf dem Teilstück wäre perspektivisch eine Kindertagesstätte möglich. Die Verwaltung hält sich diese Option mit Blick auf künftige Neubaugebiete offen. Zunächst soll die Fläche übergangsweise als gestalteter Parkplatz dienen. Außerdem erwarb die Stadt Nebenanlagen. Mit ihnen soll der nördliche Rathauszugang wiederhergestellt und die Fläche direkt am Amtssitz abgerundet werden.
Der zweite Vertrag regelt den Kauf von Teileigentum an Büro- und Parkflächen: etwa 1.500 Quadratmeter Büros sowie 80 Stellplätze, die in einer noch zu bauenden Parkgarage liegen. Wirtschaftlichkeitsanalysen hatten laut Stadt ergeben, dass der Kauf einer klassischen Anmietung klar vorzuziehen ist. Wegen der Nähe zum Rathaus bleibe die enge Verzahnung der städtischen Dienststellen gewahrt, zentrale Serviceangebote könnten künftig gebündelt werden. Schon jetzt besteht Bedarf für rund 60 Arbeitsplätze. Welche Abteilungen einziehen, wird intern noch erarbeitet. Die 80 Stellplätze übertreffen nach Angaben der Stadt den bauordnungsrechtlichen Bedarf deutlich und könnten den ruhenden Verkehr entlasten.
Bürgermeister Patrick Nowicki sagte: „Es ist uns endlich gelungen, den Knoten zu durchschlagen und einen großen Schritt in Richtung Realisierung des Marktquartiers zu gehen.“ Nun lägen die Voraussetzungen vor, damit Ten Brinke das Vorhaben zeitnah umsetzen könne.
Zeitplan und weitere Flächen
Esther Peterhoff, Projektleiterin bei Ten Brinke, sagte: „Dank der partnerschaftlichen und zielorientierten Zusammenarbeit mit der Stadt haben wir das Fundament gelegt, um dieses anspruchsvolle Projekt nun weiter voranzutreiben.“ Der Bauantrag soll Anfang 2027 gestellt werden. Als Orientierung für die folgenden Phasen nennt die Mitteilung einen voraussichtlichen Baubeginn im Frühjahr 2028 und eine geplante Fertigstellung Ende 2030.
Für die verbleibenden Flächen hat Ten Brinke eigene Pläne: Vorgesehen ist Wohnungsbau, darunter auch geförderter. Die Planungen sind noch in einem frühen Stadium. Angaben zu Umfang, Nutzungskonzept oder Zeitplan gibt es deshalb bisher nicht.
Kurz und knapp
- Gesamtvolumen der Verträge: knapp 10,8 Millionen Euro (zuzüglich Erwerbsnebenkosten)
- Stadt erwirbt: etwa 1.500 Quadratmeter Büros und 80 Stellplätze in der geplanten Parkgarage
- Bauantrag: Jahresbeginn 2027 anvisiert
- Baubeginn: voraussichtlich Frühjahr 2028
- Fertigstellung: geplant Ende 2030

