Heinsberg – Wie sich der Kreis Heinsberg auf eine Unwetterlage mit vielen gleichzeitigen Einsätzen vorbereitet, hat die Einsatzleitung des Kreises am Samstag, 10. Oktober 2026, im Feuerschutzzentrum Erkelenz geprobt. Die Kreisverwaltung Kreis Heinsberg teilte mit, dass dort eine groß angelegte Stabsübung stattfand. Der Kreis bereitet sich nach eigenen Angaben durch regelmäßige Trainings auf komplexe Katastrophen- und Krisenlagen vor.
Das Übungsszenario
Angenommen wurde tagelanger Starkregen mit Sturmböen. Dabei wurden Regenmengen von 80 bis 110 Litern pro Quadratmeter angenommen, die in sehr kurzer Zeit niedergingen. Im ganzen Kreisgebiet, vor allem in Kommunen entlang von Rur und Wurm, häuften sich dadurch die Einsätze: vollgelaufene Keller, überschwemmte Straßen und Sturmschäden.
Besonders kritisch war in der Übung die Lage an der Wurm bei Übach-Palenberg und Geilenkirchen. Die Feuerwehren vor Ort waren dort bereits stundenlang im Einsatz, der Stab musste mögliche Überflutungen abwenden und Kräfte zur Ablösung organisieren. Im Bereich des Saeffelener Bachs in Gangelt und an der Rur in Wassenberg-Ophoven verschärfte sich die angenommene Lage Schritt für Schritt.
Koordination über Gemeindegrenzen hinweg
Übungsleiter war Dirk Hillemacher. Den Stab Einsatzleitung führte der stellvertretende Kreisbrandmeister Claus Vaehsen. Weil so viele Einsatzorte gleichzeitig betroffen waren, ging es vor allem um eine vorausschauende Planung der Ressourcen. Einsatzkräfte und Material sollten gezielt zwischen den Kommunen ausgetauscht werden.
Verbindungspersonal sorgte für die Abstimmung mit allen Beteiligten. Im Stab arbeiteten Hilfsorganisationen, Rettungsdienste, der Leitende Notarzt, das Technische Hilfswerk (THW), die Polizei und die Bundeswehr zusammen. Sie glichen Lageinformationen ab und brachten Unterstützung schnellstmöglich auf den Weg.
Parallel übten Einsatzkräfte am Krankenhaus Heinsberg ein eigenes, abgestimmtes Szenario. Nach einem fiktiven Brand mussten sie löschen, Gebäudeteile evakuieren und Patienten auf umliegende Krankenhäuser verteilen.
Bilanz der Verantwortlichen
Am Ende fiel das Fazit der Verantwortlichen sehr positiv aus. Thomas Hoffmann, der das Feuerschutzzentrum Erkelenz leitet, erklärte: „Die Zusammenarbeit und der Informationsfluss im Stab haben gut funktioniert.“ Weitere Übungen sollen in regelmäßigen Abständen folgen.
Kurz und knapp
- Termin: Samstag, 10. Oktober 2026
- Ort: Feuerschutzzentrum Erkelenz
- Parallelübung: Krankenhaus Heinsberg
- Übungsleiter: Dirk Hillemacher
- Leitung des Stabs Einsatzleitung: Claus Vaehsen, stellvertretender Kreisbrandmeister
Kommentar der Redaktion
Dass Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Polizei und Bundeswehr den Austausch in einem gemeinsamen Stab üben, ist sinnvoll, denn im Ernstfall entscheiden kurze Wege. Die Mitteilung nennt aber keine konkreten Schwachstellen, die die Übung offengelegt hat. Das positive Fazit lässt sich so von außen kaum beurteilen.

