Köln – Nach dem Ende einer Kundgebung am Konrad-Adenauer-Ufer ist es in Köln zu Angriffen auf Einsatzkräfte gekommen. Die Polizei setzte am Samstagnachmittag, 31. Oktober, Wasserwerfer gegen sogenannte Störergruppen ein, wie die Polizei Köln mitteilte. Im Bereich des Thürmchenswalls überprüften die Einsatzkräfte mehrere hundert Personen. Die Maßnahmen zur Identitätsfeststellung dauerten zum Zeitpunkt der Mitteilung an.
Gegen 14.15 Uhr war die Kundgebung gestartet, die unter dem Motto „Bildung / Wehrpflicht / Bezahlbares Leben“ stand. Bereits in dieser Phase maskierten sich einige Teilnehmende und brannten Pyrotechnik ab. Deshalb wurde die Versammlung nicht als Aufzug fortgesetzt. Gegen 16 Uhr erklärte die Versammlungsleiterin sie für beendet.
Danach griffen Personen Einsatzkräfte an. Ein Beamter wurde an der Hand verletzt und fiel danach für den weiteren Dienst aus. Mehrere Strafverfahren wurden eingeleitet, darunter wegen tätlichen Angriffs auf Polizisten und wegen schweren Landfriedensbruchs.
Die Bereitschaftspolizei setzt die Überprüfungen fort, weiterhin direkt am Rheinufer unweit des Thürmchenswalls. Weil die Maßnahmen voraussichtlich länger dauern, versorgte die Polizei die Personen innerhalb der Umschließung mit Getränken und organisierte mobile Toiletten.
Nach Einbruch der Dunkelheit bleibt die Polizei weiterhin mit starken Kräften im Stadtgebiet. Einsatzkräfte prüfen Meldungen, nach denen in der Innenstadt vereinzelt unfriedliche Kleingruppen unterwegs sein sollen. Zu Plünderungen oder größeren Sachbeschädigungen ist es bislang nicht gekommen.
Martin Lotz, der den Einsatz leitete, erklärte: „Angriffe auf Einsatzkräfte und unbeteiligte Personen werden wir nicht akzeptieren.“ Die Polizei appelliert an alle, ruhig zu bleiben, den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen und auf Gewalt zu verzichten. Unbeteiligte sollen sich nicht mit Personen solidarisieren, gegen die Maßnahmen erforderlich sind.
Kurz und knapp
- Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen im Innenstadtbereich oder zu möglichen gewalttätigen Personengruppen nimmt der Polizeinotruf 110 entgegen.
Kommentar der Redaktion
Die Mitteilung beschreibt den Stand während des laufenden Einsatzes, vieles ist deshalb noch offen: etwa, wie viele Strafverfahren am Ende gegen wen geführt werden. Wer in der Innenstadt unterwegs ist, sollte den Anweisungen der Einsatzkräfte folgen und Beobachtungen über den Notruf melden, wie die Polizei es erbittet.

