Weiler am Berge: Dankeskreuz nach überlebtem Herzstillstand gesegnet

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Mechernich – In Weiler am Berge ist am Sonntag ein neues Wegekreuz eingesegnet worden, das die Eheleute Christa und Hermann-Josef Hack nahe ihres Bauernhofes errichten ließen. Zahlreiche Nachbarn, Verwandte und Freunde kamen dazu zusammen, wie die Stadt Mechernich mitteilte. Das Kreuz wurde vom Mechernicher Diakon Manfred Lang gesegnet. Aus der privaten Angelegenheit wurde so eine kleine Dorffeier.

Den Wunsch nach einem Kreuz an dieser Stelle hatte die Familie schon länger. Eine besondere Bedeutung bekam er, als Hermann-Josef Hack vor der Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Mechernich einen Herzstillstand erlitt, als er sonntags zur Messe wollte. Dass er wieder bei seiner Familie und den Nachbarn stehen kann, verdankt er nach der Mitteilung mehreren glücklichen Umständen.

Der Mechernicher Soldat Maxim Wagner wollte mit seiner Familie ebenfalls zur Kirche. Seine Tochter geht auf die Erstkommunion zu. Wagner arbeitet bei der Bundeswehr in Bonn und hatte kurz zuvor seine Erste-Hilfe-Kenntnisse aufgefrischt. Unverzüglich leitete er die Wiederbelebung ein. Hilfreich war zudem die unmittelbare Nähe zum Kreiskrankenhaus Mechernich. Hack überlebte.

Gemeinschaftsarbeit am Kreuz

Die Familie erlebte, wie rasch es um ein Leben geschehen sein kann, und das bestärkte den Wunsch nach dem geplanten Kreuz. Es sollte ein sichtbares Zeichen der Dankbarkeit werden. Markus Hack, Sohn der Familie und heutiger Bewirtschafter des Hofes, half mit. Das Gleiche gilt für den Nachbarn Josef Müller, den man im Ort als „Müller Jupp“ kennt. Der gebürtige Kallmuther hat Erfahrung im Bau von Wegekreuzen. Er sah das bei den Hacks eingelagerte Holz durch, wählte geeignetes Material aus und zimmerte und schnitzte das Kreuz. Nachbar Daniel Schnoor pflasterte den Platz und gestaltete ihn so.

Am Kreuz steht schlicht „Gott zum Dank“. Zur Einsegnung kam eine überraschend große Gemeinde. Als Lektorin wirkte Sonja Daniels mit. Im Wortgottesdienst ging es um einen Abschnitt aus dem Philipperbrief über die Gesinnung Jesu Christi, der sich nicht auf Macht und Größe berief, sondern den Menschen zuwandte. Zu den angestimmten Liedern zählten „Lobet den Herrn“, „Großer Gott, wir loben dich“ und „O du hochheilig Kreuz“.

Diakon Lang sagte, Kreuze am Weg stünden nicht allein für das Leiden, sondern auch für Hoffnung, Bewahrung und neu geschenktes Leben. Oft träten Engel in Gestalt von Menschen auf. Im Anschluss lud die Familie die Gäste zur gemeinsamen Stärkung ein. Es wurde gelacht und gescherzt. Der Regen setzte erst ein, nachdem Gebet, Segen und Begegnung vorbei waren.

Zum Hintergrund

Ein Wegekreuz heißt auch Flurkreuz oder Feldkreuz. Laut Wikipedia stehen Flurkreuze an Wegkreuzungen, Wegen oder Straßen, am Feldrand oder im Wald, und die Denkmalpflege ordnet sie den Kleindenkmalen zu. Manche Kreuze tragen eine Inschrift, die verrät, aus welchem Anlass das Kreuz errichtet wurde und wer es gestiftet oder angefertigt hat.

Zu den Anzeichen eines Herz-Kreislauf-Stillstandes zählen laut Bundesgesundheitsministerium plötzliche Bewusstlosigkeit, ein fehlender Puls und Atemstillstand. Eine unverzüglich begonnene Herzdruckmassage verdoppelt bis verdreifacht nach Angaben des Ministeriums die Überlebenschancen der Betroffenen.

Für den Ernstfall nennt das Bundesgesundheitsministerium drei Schritte: Prüfen. Rufen. Drücken. Wichtig sei, überhaupt zu handeln, heißt es auf der Seite des Ministeriums.

Kommentar der Redaktion

Die Geschichte zeigt, wie viel an einem Ersthelfer hängen kann, der nicht zögert. Das Kreuz in Weiler am Berge erinnert damit auch an die Frage, ob man selbst im Ernstfall wüsste, was zu tun ist. Ein aufgefrischter Erste-Hilfe-Kurs ist dafür ein naheliegender Anfang.

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