Wermelskirchen – Der städtische Betriebshof in Wermelskirchen geht ab dem 1. November in den Bereitschaftsdienst für den Winter. Das teilte die Stadt Wermelskirchen mit. Der Dienst beginnt nach ihren Angaben jedes Jahr zu diesem Datum. Mit Schnee rechnet der Betriebshof allerdings nicht so bald: In den vergangenen Jahren sei der erste Schnee frühestens Ende November gefallen, und auch die aktuellen Wetterprognosen deuteten darauf hin.
Personal und Schichten
In der Früh- und der Spätschicht sind jeweils fünf Beschäftigte eingeteilt. So kann das Team zwischen 4 und 22 Uhr auf den Straßen unterwegs sein. Insgesamt arbeiten etwa 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Winterdienst, verteilt auf Früh-, Spät- und Freischicht, damit die nötigen Ruhezeiten eingehalten werden. Für jede Früh- und Spätschicht stehen sogenannte „Springer“ bereit, die bei Krankheit oder anderem Ausfall einspringen. Betriebshofleiter Daniel Delissen beschreibt vier Schwerpunkte der Arbeit: Erkennungsdienst, Räumdienst, Werkstatt und Verwaltung. Alle Beschäftigten werden jedes Jahr verpflichtend in die Fahrzeuge und Geräte eingewiesen.
Salzvorrat und Fahrzeuge
„Streusalz ist ausreichend vorhanden“, sagt Delissen. Im Lager am Betriebshof am Belten liegen 160 Tonnen Salz, im zweiten Lager in Sonne weitere 120 Tonnen. Bei einem sehr strengen Winter lasse sich nachbestellen, das Salz käme dann innerhalb von zwei Tagen.
Im Einsatz sind vier Fahrzeuge: zwei Unimogs, ein Lkw und ein Multicar, das schmal genug für kleinere Straßen ist. Für den Fall eines Ausfalls gehören außerdem drei Reservefahrzeuge zum Fuhrpark: ein weiterer Unimog mit Winterdienst-Ausrüstung sowie ein Radlader und ein Kleintraktor, beide mit Schneeschild. Zusätzlich hat die Stadt 42 Streukisten mit 200 bis 400 Litern Fassungsvermögen aufgestellt. Weitere Streukisten stehen an wichtigen Punkten in Dabringhausen und Dhünn, jeweils 15, damit Anwohner dort bei Bedarf Streusalz nehmen können.
Reihenfolge beim Räumen
Der Betriebshof arbeitet nach drei Prioritäten. Zuerst kommen die verkehrspflichtigen Straßen an die Reihe, etwa die Wege zum Krankenhaus. Danach folgen wichtige Straßen für Schulen, Kitas, Feuerwehr und öffentlichen Personenverkehr. Erst an dritter Stelle werden kleinere Straßen und die Außenortschaften angefahren. Bei heftigem, anhaltendem Schneefall kann es sein, dass die zweite und dritte Stufe gar nicht erreicht werden, weil alle Kräfte gebraucht werden, um die verkehrspflichtigen Straßen frei zu halten, im Fall des Krankenhauses auch für den Rettungsdienst.
Der Betriebshof bittet vor allem in Wohngebieten um Mithilfe. Enge Straßen, die durch parkende Fahrzeuge noch schmaler werden, lassen sich kaum oder gar nicht befahren. In Sackgassen mit abgestellten Autos kommen die Räumfahrzeuge wegen ihres großen Wendekreises nicht an den Wagen vorbei. Die Beschäftigten haben zwar den Auftrag, verkehrssichere Straßen zu gewährleisten. Die eigene Sicherheit und die des Fahrzeugs gehen aber vor, etwa bei Glatteis.
Der Betriebshof kümmert sich um städtische Straßen. Bei Kreisstraßen übernimmt die Kreisstraßenmeisterei des Rheinisch-Bergischen Kreises den Dienst, bei Landstraßen Straßen.NRW.
Kurz und knapp
- Beginn der Bereitschaft: 1. November
- Einsatzzeit auf den Straßen: 4 bis 22 Uhr
- Salzlager: Betriebshof am Belten (160 Tonnen), Sonne (120 Tonnen)
- Streukisten: 42 im Stadtgebiet, je 15 in Dabringhausen und Dhünn
- Kreis- und Landstraßen: Kreisstraßenmeisterei bzw. Straßen.NRW
Kommentar der Redaktion
Die Mitteilung erklärt gut, warum nicht überall gleichzeitig geräumt wird. Wer in einer kleinen Straße oder am Ortsrand wohnt, sollte bei starkem Schneefall Geduld mitbringen. Der Appell zum Parken ist konkret und leicht umzusetzen. Offen bleibt, wie Anwohner im Ernstfall erfahren, wann ihre Straße an der Reihe ist.

