Aachen – Die RWTH Aachen hat einen neuen Professor am Institut für Technische und Makromolekulare Chemie: Thomas Wiegand ist dort seit dem 1. November Universitätsprofessor für Magnetische Resonanz komplexer Materialien und Katalysatoren. Das teilte die RWTH Aachen mit.
Neu an der Hochschule ist der 41-Jährige allerdings nicht. Schon 2021 holte ihn die RWTH im Rahmen einer Heisenberg-Professur, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert. Zugleich leitet er am Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion (Mülheim an der Ruhr) eine Forschungsgruppe. Die Heisenberg-Professur gab ihm fünf Jahre Zeit für anspruchsvolle Forschungsthemen und die Vorbereitung auf eine Leitungsrolle in der Wissenschaft.
Werdegang
Sein Chemiestudium und seine Promotion absolvierte Wiegand in Münster. Danach wechselte er an die ETH Zürich und habilitierte sich dort 2020 im Fach Physikalische Chemie.
Forschung
Wiegand entwickelt moderne Methoden der Festkörper-Kernspinresonanzspektroskopie und wendet sie an. Er untersucht molekulare Erkennungsprozesse und die schwachen chemischen Wechselwirkungen, die ihnen zugrunde liegen, in verschiedenen Bereichen der Biologie und Chemie. Interdisziplinäre Projekte reizen ihn besonders. Die RWTH biete dafür beste Voraussetzungen, sagte er: „Die RWTH Aachen bietet als einzigartiger und idealer Ort beste Voraussetzungen, um Forschung über die Grenzen traditioneller Disziplinen hinweg zu initiieren.“
Wiegand arbeitet in mehreren Forschungsverbünden mit, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert:
- Sonderforschungsbereich „Polymermechanochemie“
- Exzellenzcluster „The Integrated Fuel & Chemical Science Center“
- Ein weiterer Verbund ist der Sonderforschungsbereich/Transregio „Hyperpolarisation in molekularen Systemen“, (TU Chemnitz/Universität Leipzig)
Auch im Graduiertenkolleg „EMERGE – Adaptive weiche Materie durch Programmierung kolloidaler Gele mit biologischen Bausteinen“ arbeitet Wiegand mit. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligte es im Juni 2026 an der RWTH und am DWI – Leibniz-Institut für Interaktive Materialien. Innerhalb dieses Kollegs verantwortet Wiegand das Projekt „Struktur und dynamische Eigenschaften von in kolloidalen Netzwerken eingebetteten Gastbiomolekülen“. Ziel des Kollegs sind Materialien, die sich an der Biologie orientieren und deren Funktionen sich programmieren lassen. Wie lebende Systeme sollen sich diese Materialien an ihre Umgebung anpassen.

