Erkelenz kauft Infrastruktur in fünf Dörfern für 9,992 Mio. Euro zurück

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Erkelenz – Die Stadt Erkelenz holt öffentliche Infrastruktur in den fünf Dörfern zurück, die wegen des Tagebaus an das Bergbauunternehmen gegangen war. Das teilte die Stadt Erkelenz mit. Zwischen 2016 und 2026 waren im Zuge der Umsiedlung Immobilien von Privatpersonen übertragen worden, dazu auch Gebäude der Stadt, etwa die Grundschule in Alt-Keyenberg. Weil die Orte durch den vorzeitigen Kohleausstieg erhalten bleiben, hält die Stadt den Rückkauf für notwendig, um sie zukunftsfähig aufzustellen.

Was die Stadt erwirbt

In Alt-Keyenberg kauft die Stadt neben einem Mehrfamilienhaus auch Kindergarten, Feuerwehrgerätehaus, Sportplatz, Friedhof und Grundschule. Dazu kommt eine angrenzende Ackerfläche. In Alt-Berverath geht es um eine Maschinenhalle für die Landwirtschaft, die an die Kapelle grenzt. In Alt-Kuckum übernimmt die Stadt Feuerwehrgerätehaus und Friedhof.

Verkehrswerte hat das Institut für Städtebau und Flächenmanagement aus Bonn für die sozialen Infrastruktureinrichtungen samt Liegenschaften berechnet, ebenso für Straßen und Wege, Abwasserkanäle, Straßenbeleuchtung und Grünflächen. Dabei flossen der heutige Zustand der Bauten sowie weitere Besonderheiten der einzelnen Objekte ein. Im Lauf dieses Jahres wurden zunächst die vertraglichen Grundlagen für den Erwerb erarbeitet.

Finanzierung

Insgesamt kommt die zurückgekaufte Infrastruktur auf einen Wert von 9,992 Mio. Euro. Weil Land und Bund fördern, bleibt für die Stadt ein Eigenanteil von 249.800 Euro. Schon im November 2025 erhielt Erkelenz einen Förderbescheid, der unter anderem den Erwerb von Infrastruktur in den Orten abdeckt. Der Fördersatz liegt insgesamt bei 97,5 Prozent, bezuschusst werden nicht nur die Kaufpreise, sondern auch die Kaufnebenkosten.

Der Rückerwerb beruht auf dem Dorfentwicklungskonzept. Es wurde von Oktober 2024 bis Mai 2025 erarbeitet, auch mit umfassender Beteiligung der Bürger. Es zeigt auf, wie sich die fünf Orte entwickeln sollen.

Kurz und knapp

  • Mehr dazu unter www.erkelenz.de/zukunftsvision-dorfbelebung
  • Gesamtwert der Infrastruktur: 9,992 Mio. Euro
  • Fördersatz: 97,5 Prozent, Eigenanteil der Stadt: 249.800 Euro

Zum Hintergrund

Das Land stellt für Vorhaben im Rheinischen Revier Geld aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen bereit. Laut der dazugehörigen Landesrichtlinie stellt der Bund Finanzhilfen bereit, die in den Braunkohlerevieren Unterschiede in der Wirtschaftskraft mildern und das wirtschaftliche Wachstum voranbringen sollen.

Gefördert werden können laut der Richtlinie unter anderem Investitionen in Städtebau sowie Stadt- und Regionalentwicklung. Einen Anspruch auf die Zuwendung gibt es nicht. Die Bewilligungsbehörde entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

Zuwendungen werden laut der Richtlinie nur für zusätzliche Investitionen gewährt. Die Zusätzlichkeit liegt nicht vor, wenn die Finanzierung auch ohne die beantragten Finanzhilfen gesichert ist. Sie muss im Antrag nachvollziehbar begründet sein.

Kommentar der Redaktion

Der Rückkauf gibt der Stadt Kontrolle über Orte, an denen Schule, Feuerwehr und Friedhöfe zum Alltag gehören. Offen bleibt, wie die Gebäude künftig genutzt werden sollen, etwa die Grundschule in Alt-Keyenberg. Dazu sagt die Mitteilung nichts. Interessierte Bürger sollten die Projektseite der Stadt im Blick behalten.

Für Pressestellen

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