Nümbrecht – 24 Frauen der Brustkrebs-Selbsthilfegruppe mammaCampy haben sich einen ganzen Samstag lang mit dem Thema „Resilienz“ beschäftigt. Wie die Gemeinde Nümbrecht mitteilte, leitete eine ausgebildete Psychoonkologin den psychoonkologischen Projekttag. Es ging darum, wie sich die innere Widerstandskraft stärken lässt und wie Betroffene auch in schwierigen Lebenslagen neue Kraft finden.
Finanziert wurde der Tag mit 1000 Euro von der Dr. Jürgen Rembold Stiftung aus Rösrath. Ohne diese Unterstützung hätte er nach Darstellung der Gruppe nicht stattfinden können. Die Stiftung mit Sitz in Rösrath unterstützt Vorhaben, die dem Gemeinwohl dienen und auf bürgerschaftlichem Einsatz beruhen.
Im Mittelpunkt standen persönliche Fragen und praktische Impulse für den Alltag: Die Teilnehmerinnen fragten sich etwa, wie sie Herausforderungen begegnen, welche Strategien zur Problemlösung ihnen nützen und welche eigenen Stärken und Ressourcen sie haben. Thema waren außerdem das Abgrenzen und der Umgang mit der Neigung zum Schwarzsehen. Neben theoretischen Ansätzen setzten sich die Teilnehmerinnen mit eigenen Gedanken, Ängsten und Lebenseinstellungen auseinander. Sie sollten ihre Stärken entdecken, neue Perspektiven einnehmen und ihre persönlichen Kraftquellen betrachten.
Zum Nachdenken regte eine bewusst provokante Aufgabe an: „Wie würdest Du Deinen eigenen Grabstein beschriften?“ Sie lenkte den Blick auf das eigene Leben, auf Werte und auf das, was wirklich wichtig ist. Bei einer Krebserkrankung, so die Gruppe, können solche Fragen neue Sichtweisen eröffnen.
Resilienz heißt nach Darstellung der Gruppe nicht, stets Stärke zeigen oder unangenehme Gefühle beiseiteschieben zu müssen. Wichtig sei vielmehr, Belastungen zu bewältigen, die eigenen Grenzen zu spüren, Hilfe zuzulassen und trotzdem handlungsfähig zu bleiben. Der Tag bot dafür einen geschützten Rahmen mit offenem Austausch und fachkundiger Begleitung. Ein Dankeschön richtete das Team von mammaCampy an die Rembold Stiftung, an die Psychoonkologin sowie an sämtliche Teilnehmerinnen.
Kurz und knapp
- Termin: ein Samstag, Projekttag zum Thema „Resilienz“ (Mitteilung vom 17. Oktober 2026)
- Ort der Gruppe: Nümbrecht
- Teilnehmerinnen: 24
- Förderung: 1000 Euro von der Dr. Jürgen Rembold Stiftung aus Rösrath
Zum Hintergrund
Psychoonkologie bezeichnet laut Wikipedia die psychologische Betreuung von Krebspatienten. Im Mittelpunkt stehen dabei die seelischen, gesellschaftlichen und sozialrechtlichen Voraussetzungen, Auswirkungen und Nebenerscheinungen, die eine Krebserkrankung mit sich bringt.
Im Betreuungsalltag soll der Psychoonkologe Patienten bei der Krankheitsverarbeitung unterstützen, etwa durch Krisenintervention oder ressourcenorientierte Interventionen. Ziel ist es, die Kompetenz des Patienten im Umgang mit der Krankheit zu stärken. Eine solche Versorgung sollte nach Wikipedia in allen Phasen der Erkrankung sichergestellt sein.
Auf der Website der Gemeinde Nümbrecht heißt es zum Angebot der Gruppe mamma CAMPY, dass Betroffene und Angehörige sich dort austauschen, mit Menschen in ähnlicher Lage sprechen sowie Verständnis und Unterstützung finden können. Die Gruppe trifft sich jeden 1. Montag im Monat um 18:30 Uhr im Kath. Pfarrheim. Für die Teilnehmenden entstehen keine Kosten, und eine Anmeldung vorab ist nicht nötig.
Kommentar der Redaktion
Dass eine Selbsthilfegruppe ihren Mitgliedern einen ganzen Tag mit fachlicher Begleitung ermöglicht, ergänzt den gewohnten Austausch sinnvoll. Aus der Mitteilung geht nicht hervor, ob weitere solche Tage geplant sind. Interessierte Frauen können sich über die Treffen der Gruppe informieren, die ohne Anmeldung offen stehen.

