Rheinbach: Sturmtiefs „Luise“ und „Manja“ halten Feuerwehr auf Trab

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Rheinbach – Die Sturmtiefs haben die Freiwillige Feuerwehr in Rheinbach am vergangenen Wochenende stark beansprucht. Das teilte die Stadt Rheinbach mit. Vor allem „Manja“ am Sonntag brachte Bäume zu Fall, ließ Äste herabstürzen und beschädigte Gebäude und Fahrzeuge. Wie es in der Mitteilung heißt, zählte Rheinbach zu den Schwerpunkten der Einsätze im Rhein-Sieg-Kreis.

Ab 00:30 Uhr am Sonntag waren 65 Einsatzkräfte aus acht von neun Löscheinheiten der Stadt unterwegs. Zusammen bewältigten sie 23 Einsatzstellen.

Die Einsatzstellen

Schon am Freitagnachmittag hatte „Luise“ Schäden angerichtet: Am Julie-Billiart-Weg beim Stadtpark traf ein umstürzender Baum ein Hausdach sowie ein abgestelltes Auto. Weitere Bäume stürzten am Sonntag wegen „Manja“ um, so etwa in der Koblenzer Straße, an der Schützenstraße sowie am Hexenturm. Am Hexenturm wurde ein verbliebener Baum aus Sicherheitsgründen zurückgeschnitten, nachdem Ordnungsamt und Feuerwehr ihn gemeinsam begutachtet hatten.

Über die Swist stürzte in Flerzheim ein größerer Baum. Die Feuerwehr machte die Fahrbahn wieder frei, der Weg für Fußgänger am Bach ist weiter gesperrt. Den Waldfriedhof sperrte die Stadt am Sonntagmittag vorsorglich, nachdem sie sich mit der Feuerwehr abgestimmt hatte, weil Bäume umgestürzt und Äste herabgefallen waren. Auch im Stadtwald gab es Baumumstürze und Astbruch. Das zuständige Forstamt soll die Schäden in den nächsten Tagen beseitigen.

Den Ehrenamtlichen sprach Bürgermeister Dr. Daniel Phiesel seinen Dank aus: „Unsere Freiwillige Feuerwehr hat einmal mehr bewiesen, dass sich die Rheinbacherinnen und Rheinbacher auf sie verlassen können.“

Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass auch nach den Einsätzen noch Gefahren von beschädigten Bäumen und herabfallenden Ästen ausgehen können. Die Auswirkungen im Stadtwald seien noch nicht abschließend erfasst. Die Verwaltung rät dringend dazu, den Stadtwald in den nächsten Tagen nach Möglichkeit nicht zu betreten.

Kurz und knapp

  • Einsatz am Sonntag ab 00:30 Uhr: 65 Einsatzkräfte aus acht von neun Löscheinheiten
  • 23 Einsatzstellen
  • Weg für Fußgänger an der Swist in Flerzheim vorerst gesperrt
  • Empfehlung der Stadtverwaltung: Stadtwald in den nächsten Tagen möglichst meiden

Zum Hintergrund

Wer nach einem Sturm Schäden hat, sollte sie nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW umgehend und wahrheitsgetreu der Versicherung melden. Kaputte Gegenstände sollte man erst nach Rücksprache mit dem Versicherer entsorgen. Gefahrenquellen müssen aber abgesichert werden, damit kein weiterer Schaden entsteht.

Stürzt ein Baum durch den Sturm auf ein Fahrzeug, tritt laut Verbraucherzentrale die Teilkaskoversicherung ein. Schäden am Haus wie am Dach können ein Fall für die Wohngebäudeversicherung sein.

Bei der Haftung kommt es auf den Zustand des Baumes an. Ist ein nachweislich morscher Baum umgestürzt, muss laut Verbraucherzentrale der Baumbesitzer oder seine Haftpflichtversicherung zahlen. Die Beweislage ist bei Sturmschäden aber meist sehr schwierig. Ein gesunder Baum gilt dagegen als „höhere Gewalt“, dann haftet der Eigentümer nicht.

Ein Gericht in Nordrhein-Westfalen stellte in einem Urteil klar, dass jeder Eigentümer seine Bäume regelmäßig auf Schäden und Erkrankungen untersuchen muss. Private Eigentümer können das selbst tun. Eine fachmännische Untersuchung ist erst bei Zweifelsfragen nötig.

Kommentar der Redaktion

Die Mitteilung zeigt, wie viel Arbeit hinter einem Sturmwochenende steckt, und sie gibt mit dem Hinweis auf den Stadtwald eine klare Verhaltensregel. Offen bleibt, wie groß die Schäden insgesamt sind und wann Weg und Wald wieder frei sind. Wer Bäume auf dem eigenen Grundstück hat, sollte sie nach dem Sturm in Ruhe ansehen und Schäden schnell melden.

Für Pressestellen

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