Aachen – Wie beeinflusst stark verarbeitetes Essen die Abwehrkräfte des Körpers? Mit dieser Frage beschäftigt sich Sreepradha Eswaran, Postdoktorandin an der Kinderklinik der Uniklinik RWTH Aachen. Ihre Ergebnisse stellt sie bei der Berlin Science Week vor, teilte die RWTH Aachen mit. Die Veranstaltung läuft vom 1. bis 10. November.
Eswaran hält ihren Vortrag „A Symphony of Signals: Inflammation in Motion“ auf Englisch. Er findet am Sonntag, 8. November, um 12:45 Uhr im Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin statt.
Worum es in der Forschung geht
Entzündungen gelten als wichtige Schutzreaktion des Körpers. Damit sie wirken, müssen Immunzellen miteinander kommunizieren und gezielt an die Stellen gelangen, an denen sie gebraucht werden. Halten die Entzündungssignale dagegen lange an, kann das gesundes Gewebe belasten und Krankheiten mit auslösen. Als möglichen Einfluss nennt die Mitteilung die Ernährung, insbesondere stark verarbeitete Lebensmittel.
Eswaran untersucht, wie sich eine Kost mit viel Fruktose, Fett und Cholesterin auf Entzündungsprozesse auswirken kann. Ihr besonderes Interesse gilt der Fruktose. Sie steckt als Bestandteil von Maissirup in industriell hergestellten Produkten wie Ketchup, Keksen und Softdrinks.
Im Zentrum steht das Immunsystem des Darms, eine Art Schnittstelle: Hier trifft die Nahrung auf die Abwehr des Körpers. Die Forscherin will klären, welche Wirkung Fruktose auf die Signale der Immunzellen hat und wann daraus dauerhafte Entzündungen werden. Eswaran sagt: „Ich finde es spannend, dass jede Immunzelle gefühlt eine eigene Persönlichkeit hat, je nachdem wo sie sich im Körper befindet“.
Dafür analysiert sie Immunzellen und Gewebe mit verschiedenen Methoden, darunter die Durchflusszytometrie, ein Verfahren zur Analyse einzelner Zellen nach ihren Merkmalen, sowie histochemische Methoden für Gewebe. Sie arbeitet sowohl mit präklinischen Mausmodellen als auch mit Proben von Patientinnen und Patienten.
Zur Person und zum Festival
Eswaran absolvierte ihren Bachelor in Biotechnologie in Indien. Für den Master in Biomedizinischen Ingenieurwissenschaften kam sie an die RWTH und promovierte dort anschließend.
Insgesamt fünf Forschende der RWTH treten bei der Berlin Science Week als Speaker auf, Eswaran ist eine davon. Das Festivalthema 2026 lautet „In Touch“. Im Mittelpunkt steht die persönliche Seite der Wissenschaft: Forschung soll das Leben aller berühren und verbessern, und sie prägt und vernetzt die Menschen, die sie betreiben.
Wer nicht nach Berlin reisen kann, kann den Vortrag am 18. Januar 2027 noch einmal hören. Eswaran spricht dann zusammen mit drei weiteren Speakern der Berlin Science Week bei einem Kino-Event in Aachen. Weitere Informationen gibt es laut Mitteilung auf der Webseite der RWTH.
Kurz und knapp
- Berlin Science Week: 1. bis 10. November
- Vortrag „A Symphony of Signals: Inflammation in Motion“ (englischsprachig): Sonntag, 8. November, 12:45 Uhr
- Ort: Berlin, HKW (Haus der Kulturen der Welt), Adresse John-Foster-Dulles-Allee 10
- In Aachen wird der Beitrag bei einem Kino-Event noch einmal gezeigt: 18. Januar 2027
Kommentar der Redaktion
Für Aachener ist der Termin im Januar die praktische Option, weil er die Reise nach Berlin erspart. Der Vortrag ist englischsprachig, das sollten Interessierte bedenken. Die Mitteilung bleibt bei den Ergebnissen der Forschung vage: Was Eswaran bisher herausgefunden hat, erfährt man erst im Vortrag selbst. Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Entzündungen bleibt in der Mitteilung eine offene Frage.

