Bornheim-Sechtem: Gedenken an Stolpersteinen und mit Schulprojekten

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Bornheim – Unter dem Motto „Grautöne“ gedenkt man in Sechtem in diesem Jahr der Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen während der NS-Zeit. Das teilte die Stadt Bornheim mit. Um 18 Uhr startet die Gedenkveranstaltung an den Stolpersteinen, die an Ruth Levy, Hans Simons und Arthur Baum erinnern. Treffpunkt ist die Graue Burg, genauer die Straßenecke von Graue-Burg-Straße und Schweppenburgstraße im Ortsteil Sechtem.

Nach dem gemeinsamen Gedenken gehen die Teilnehmenden weiter zur katholischen Kirche St. Gervasius und Protasius in der Straßburger Straße 19. Dort stellen ab 18:30 Uhr Bornheimer Schulen und die Jugendarbeit ihre Projekte vor. Gezeigt werden ein Podcast, Filmbeiträge und eine Theater-Performance. Auch Musikerinnen und Musiker gestalten das Programm mit.

Die Stadt will mit der jährlichen Veranstaltung die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen wachhalten. Sie betont, wie wichtig es ist, sich heute aktiv mit Antisemitismus und Ausgrenzung auseinanderzusetzen. Zugleich solle ein Zeichen gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit gesetzt werden. Die Beiträge der jungen Menschen zeigten, wie Erinnerungskultur auch für jüngere Generationen lebendig werden kann.

Kurz und knapp

  • Treffpunkt ist um 18 Uhr an der Grauen Burg in Sechtem (Ecke Graue-Burg-Straße / Schweppenburgstraße), wo die Stolpersteine für Ruth Levy, Hans Simons und Arthur Baum liegen.
  • Ab 18:30 Uhr: Projektvorstellung in der katholischen Kirche St. Gervasius und Protasius, Straßburger Straße 19 in Sechtem
  • Motto: „Grautöne“

Zum Hintergrund

Hinter den Stolpersteinen steht der Künstler Gunter Demnig. Nach Angaben des Projekts geht es ihm um individuelles Gedenken, deshalb erhält jedes Opfer seinen eigenen Stein. Gedacht wird aller verfolgten oder ermordeten Opfer des Nationalsozialismus.

Stolpersteine liegen in der Regel vor dem letzten freiwillig gewählten Wohnort. Voraussetzung für eine Verlegung ist die Genehmigung der Stadt, da die Steine meist auf öffentlichem Grund liegen.

Wer einen Stein verlegen lassen möchte, wendet sich an die Initiatoren in seiner Stadt. Für Deutschland müssen Organisatoren laut Projekt mit 120 Euro pro Stein rechnen. In Bornheim werden die Steine nach Angaben der Stadt seit den Anfängen durch private Spender finanziert, die sogenannten „Stolperstein-Paten“. Sie übernehmen die Kosten für Herstellung und Verlegung eines Steins.

Das Projekt empfiehlt außerdem, Schulen und Schüler einzubinden, etwa bei den Inschriften und der Organisation einer Verlegung. Deren Interesse sei erfahrungsgemäß sehr groß.

Kommentar der Redaktion

Schulen und Jugendarbeit selbst zu Wort kommen zu lassen, passt gut zu einem Gedenken an Stolpersteinen, die ohnehin zur eigenen Auseinandersetzung einladen. Interessant wäre gewesen, was das Motto „Grautöne“ inhaltlich bedeutet. Wer teilnimmt, erfährt es vermutlich vor Ort in den Projekten.

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