Wermelskirchen – Die Stadt erinnert am Mittwoch, 4. November, an die Opfer des Luftangriffs auf Hünger und Wermelskirchen. Bürgermeister Bernd Hibst legt um 14 Uhr zusammen mit seinen Stellvertretern Stefan Leßenich und Norbert Galonska am Hünger Mahnmal einen Kranz nieder. Das teilte die Stadt Wermelskirchen mit.
Pfarrerin Almuth Conrad leitet die stille Zeremonie an dem Mahnmal, das 1957 eingeweiht wurde. Trompeter Torben Krause gestaltet das Gedenken musikalisch. Zum Gedenken gehört auch eine Schweigeminute für die Opfer. Eingeladen sind alle Bürgerinnen und Bürger.
Der 4. November 1944 gilt in der Stadt bis heute als der „schwärzeste Tag in der Geschichte Wermelskirchens“. Besonders in Hünger leben noch Zeitzeugen der Katastrophe. Vor 82 Jahren griffen Flugzeuge in vier Wellen an und warfen unzählige Spreng- und Brandbomben über Hünger und Wermelskirchen ab. Bei dem Angriff wurden 44 Häuser komplett zerstört, ihre Bewohner wurden obdachlos. 85 Menschen wurden verwundet, 66 verloren ihr Leben.
Bürgermeister Hibst sagte, hinter jeder dieser Zahlen stehe ein Mensch, eine Familie, ein Schicksal. Die Erinnerungen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen mahnten dazu, den Frieden nicht als selbstverständlich anzusehen und alles dafür zu tun, dass sich solches Leid niemals wiederhole.
Kurz und knapp
- Termin: Mittwoch, 4. November, um 14 Uhr
- Ort: Mahnmal in Hünger
- Ablauf: Kranzniederlegung, stille Zeremonie mit Pfarrerin Almuth Conrad, Schweigeminute
- Teilnahme: alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen
Zum Hintergrund
Hünger ist ein Stadtteil von Wermelskirchen. Laut Wikipedia kamen bei dem Fliegerangriff am 4. November 1944 insgesamt 66 Menschen ums Leben, darunter 24 Soldaten. 22 Soldaten wurden demnach in den Trümmern der Hünger Schule verschüttet, die von einer Luftmine getroffen wurde.
Zerstört wurden dem Artikel zufolge 44 Gebäude und zwei Schulen, 122 Gebäude wurden schwer beschädigt. Das Kirchenschiff wurde ebenfalls schwer getroffen. Das Mahnmal wurde im November 1957 eingeweiht.
Zu den Gründen des Angriffs gibt es nach dem Wikipedia-Artikel zu Wermelskirchen unterschiedliche Darstellungen. Kurz vor Kriegsende war die Stadt zur Lazarettstadt erklärt worden, um sie vor Bombenangriffen zu bewahren. Dennoch erlitten einige Teile des Stadtgebiets, insbesondere Hünger, schwere Beschädigungen. Genannt wird ein abgetriebenes Leuchtfeuer für die Stadt Solingen. Andere Zeitzeugen sprechen von einer Horchfunker-Einheit der Wehrmacht in der Schule Hünger als Ziel, eine dritte Meinung nennt die Zündnadel- und Granatenfabrik an der Unterburg.
Kommentar der Redaktion
Das Gedenken ist bewusst schlicht gehalten, und das passt zum Anlass. Dass die Mitteilung die Zeitzeugen ausdrücklich erwähnt, erinnert daran, wie wichtig ihre Berichte für das Gedächtnis des Ortes sind. Wer teilnehmen möchte, sollte pünktlich am Mahnmal sein.

