Aachen – Wie lange können und wollen Menschen arbeiten, und was hilft ihnen, dabei gesund zu bleiben? Darum geht es in einem Vortrag von Professor Thomas Kraus am Donnerstag, 29. Oktober 2026, in Aachen. Kraus leitet das Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Uniklinik RWTH Aachen, wie die RWTH Aachen mitteilte. Sein Thema lautet „Gesund arbeiten – wie und wie lange?“. Beginn ist um 18:15 Uhr im Hörsaal H06 des Hörsaalgebäudes C.A.R.L. in der Claßenstraße 11.
Ausgangspunkt ist, dass gesundheitliche Probleme im höheren Erwerbsalter häufiger werden. In Forschung und Politik wird oft angenommen, dass Menschen mit Beschwerden früher in Rente gehen, während Gesunde länger im Beruf bleiben. Der Arbeitsmediziner hält die Lage bei Arbeitszeit, Krankenstand und Renteneintrittsalter für deutlich komplexer.
Kraus fragt, wie sich der Arbeitsplatz als Ort der Vorbeugung nutzen lässt. Mit 43 Millionen Menschen sei er das größte Präventionssetting. Wie bleiben Beschäftigte gesund, und wie ist Arbeit auch mit gesundheitlichen Einschränkungen möglich? Er untersucht außerdem, wovon es abhängt, ob und wie lange Beschäftigte arbeitsfähig und arbeitswillig sind.
Die Teilnahme kostet nichts, eine Anmeldung ist nicht nötig.
Kurz und knapp
- Termin: Donnerstag, 29. Oktober 2026, 18:15 Uhr
- Ort: Hörsaal H06, Hörsaalgebäude C.A.R.L., Claßenstraße 11 in Aachen
- Eintritt kostenfrei, Anmeldung nicht erforderlich
Zum Hintergrund
Die Regelaltersgrenze steigt bis 2031 schrittweise auf 67 Jahre. Der Jahrgang 1961 erreicht sie mit 66 Jahren und sechs Monaten. Für den Jahrgang 1964 und jünger liegt die Grenze bei 67 Jahren.
Wer mindestens 45 Versicherungsjahre hat, kann als besonders langjährig Versicherter vor dem regulären Alter ohne Abschläge in Rente gehen. Für 1962 Geborene liegt diese Grenze bei 64 Jahren und acht Monaten. Die Rente für langjährig Versicherte ist ab 63 Jahren möglich, setzt 35 Versicherungsjahre voraus und kommt mit Abschlägen. Pro Monat vorzeitigen Bezugs werden 0,3 Prozent abgezogen. Für den Jahrgang 1963 ergibt sich bei Rentenbeginn mit 63 Jahren ein Abschlag von 13,8 Prozent.
Bei gesundheitlichen Einschränkungen wird zuerst geprüft, ob eine medizinische Rehabilitation die Erwerbsfähigkeit verbessern oder eine berufliche Rehabilitation bei der Orientierung helfen kann. Eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung ist möglich, wenn nur noch mindestens drei, aber unter sechs Stunden am Tag Arbeit machbar sind.
Kommentar der Redaktion
Der Vortrag greift eine Frage auf, die viele Beschäftigte betrifft: ob längeres Arbeiten überhaupt gesund möglich ist. Die Mitteilung nennt keine Ergebnisse, daher lässt sich nicht sagen, welche Strategien Kraus konkret vorstellt. Wer sich für das Thema interessiert, kann den freien Eintritt nutzen und eigene Fragen mitbringen.

