Rheinisches Revier an Inde und Rur: Sieben neue LEADER-Projekte

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Jülich – Sieben weitere Vorhaben sollen in der Region zwischen Inde und Rur mit LEADER-Mitteln umgesetzt werden. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) der Region hat bei ihrem letzten Treffen entschieden, diese Vorhaben zu fördern, teilte die Stadt Jülich mit. Damit sind rund 591.000 Euro vorbehaltlich der Bewilligung gebunden. Die Projekte reichen von Dorfentwicklung über Jugendbeteiligung und Digitalisierung bis zu neuen Begegnungsorten. Sie betreffen Orte in Langerwehe und Linnich, hinzu kommen ein Stadtmagazin und ein Jugendprojekt.

Die Projekte in Langerwehe

Die Gemeinde Langerwehe will mit „ZusammenWachsen“ ein hauptamtliches Dorfmanagement etablieren. Damit sollen die Ortsteile enger zusammenrücken, Bürger mitreden können und Vereine wie Initiativen Hilfe bei neuen Vorhaben bekommen. Voraussichtlich rund 166.634 Euro sollen als Förderung fließen.

Außerdem geplant ist in Langerwehe die „Wand der Geschichte“. Am Töpferbrunnenplatz sollen drei Giebelwände, die bisher kahl sind, mit Kunst gestaltet werden. Die Bilder erzählen von der Hauptstraße als Pilger-, Königs- und Töpferstraße. Träger ist der I. V. Pro Langerwehe Ulhaus 17 e. V., mit voraussichtlich rund 8.637 Euro Förderung.

Digitales und Historisches

Aus dem Stadtmagazin HERZOG soll mit „HERZOG digital“ eine Plattform für Information und Bildung werden, technisch wie redaktionell. Vorgesehen sind unter anderem eine bessere Nutzung auf dem Smartphone, mehr Barrierefreiheit und ein zeitgemäßer Zugang zum regionalen Archiv. Den Träger stellt der Verein HERZOG e. V., vorgesehen sind rund 187.500 Euro.

In Linnich soll das Projekt „Geschichte zum Anfassen“ ein maßstabsgetreues Bronzemodell der historischen Innenstadt bringen. Das Tastmodell richtet sich besonders an blinde und sehbehinderte Menschen und soll auch Ausgangspunkt für Stadtführungen sein. Träger ist Wir in Linnich e. V., mit voraussichtlich rund 25.340 Euro Förderung.

Begegnung, Bewegung und Jugend

Mit „Gipfelstürmer“ wird der Schulhof der Merzbachschule in Linnich, der öffentlich zugänglich ist, weiterentwickelt: Er bekommt eine neue Kletterlandschaft und einen Naschgarten. Er soll ein Ort zum Spielen, Bewegen und Treffen für Schule und Quartier werden. Projektträgerin ist die Stadt Linnich, vorgesehen sind voraussichtlich rund 136.419 Euro.

In Krauthausen soll der Dorfplatz am Sportplatz bei „Treffpunkt Krauthausen“ zum Treffpunkt werden. Dafür sind unter anderem neue Sitzplätze, eine Feuerstelle, Spalierbäume und Fitnessgeräte im Freien geplant. Träger ist der 1. FC Krauthausen 1981 e. V., mit voraussichtlich rund 55.641 Euro Förderung.

Beim „Zukunftsatelier“ arbeiten Jugendliche aus zwei LEADER-Regionen an eigenen Antworten auf Zukunftsfragen, etwa zu Bildung, Nachhaltigkeit, Medien, Stadtentwicklung und Mitbestimmung. Die LAG selbst ist Trägerin, vorgesehen sind rund 40.627 Euro.

Als nächstes folgt das formale Förderverfahren: Die Anträge gehen an die zuständige Bezirksregierung. Mit der Umsetzung darf erst nach der Bewilligung begonnen werden.

Weitere Ideen gesucht

Noch verfügbar sind rund 98.000 Euro. Nachvollziehbare Antragsunterlagen können bis zum 27. Januar 2027 eingereicht werden. Regionalmanagerin Karin Piesch empfiehlt: „Wer frühzeitig das Gespräch mit uns sucht, kann viele Fragen schnell klären.“

Kurz und knapp

  • Frist für Antragsunterlagen: 27. Januar 2027
  • Angesprochen sind Vereine, Kommunen, Initiativen sowie weitere Projektträgerinnen und Projektträger.
  • Das Regionalmanagement ist per E-Mail unter [email protected] oder telefonisch unter 02461 801 81 65 zu erreichen.
  • Noch verfügbar: rund 98.000 Euro

Zum Hintergrund

Zum Mitmachen lädt die LAG nach eigenen Angaben alle Bürgerinnen und Bürger ein, insbesondere Vereine und Organisationen. Laut der Stadt Jülich auf ihrer Website können innovative Ideen, die zur Weiterentwicklung der Heimat beitragen, durch das LEADER-Förderprogramm gefördert werden.

Ansprechpartnerinnen sind laut Website Karin Piesch und Lucia Blender von der LAG Rheinisches Revier an Inde und Rur e.V. in der Karl-Heinz-Beckurts-Str. 13 in Jülich. Die Region ist in der Übersicht der LEADER-Regionen in NRW aufgeführt.

Kommentar der Redaktion

Die Auswahl zeigt eine breite Mischung aus Dorfentwicklung, Teilhabe und Jugendarbeit. Das Tastmodell für blinde und sehbehinderte Menschen fällt dabei positiv auf. Offen bleibt, ob alle Vorhaben die Bewilligung bekommen, denn die Summen sind bisher nur vorgesehen. Wer eine Idee hat, sollte die Beratung früh nutzen.

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