Leverkusen – Die Kinderpalliativstation Zeitinsel am Klinikum Leverkusen hat eine Spende von 11.000 Euro von Bayer 04 erhalten. Wie das Klinikum Leverkusen mitteilte, stammt das Geld aus einem Fantrödel, den der Verein am 20. September am Rande des Bundesligaspiels gegen RB Leipzig veranstaltet hat. Die Übergabe fand symbolisch am Montagnachmittag im Garten der Zeitinsel statt.
Zuvor hatten die Abteilungen des Vereins im September ihre Bestände durchsucht und dabei viele Fanartikel und Raritäten gefunden. Angeboten wurden unter anderem Sportkleidung, Pappaufsteller, Fahnen und ein original signierter Champions-League-Ball. Vor allem Sammlerinnen und Sammler freuten sich über die Stücke. Frank Linde, der beim Verein das Soziale verantwortet, sagte: „Die Fans haben gerne tief ins Portemonnaie gegriffen, um die Artikel zu erwerben und damit gleichzeitig die Station zu unterstützen.“
Nachwuchs rundet auf
Der Fantrödel brachte fast 10.000 Euro ein. Dass am Ende 11.000 Euro auf dem Trikot standen, das der Verein eigens für die Übergabe bedrucken ließ, liegt an der U19. Die Mannschaft stockte den Betrag aus ihrer Mannschaftskasse auf. Linde erklärte, die Mannschaft freue sich, die Station zu unterstützen.
Dr. Dejan Vlajnic, Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche, nahm das Trikot entgegen und dankte Verein und Fans. Er sagte: „Solche Aktionen zeigen, wie gerne sich die Menschen insbesondere hier in Leverkusen für die gute Sache einsetzen.“
Nach Angaben des Klinikums ist die Zeitinsel eine von nur drei Kinderpalliativstationen bundesweit. Dort kümmert sich ein Team aus verschiedenen Berufsgruppen um Kinder und Jugendliche mit schwersten oder lebensverkürzenden Erkrankungen. Da die Krankenkassen nicht jeden Teil des aufwendigen Konzepts bezahlen, braucht das Klinikum dauerhaft Spenden, um die Station am Laufen zu halten.
Kurz und knapp
- Mehr Informationen: klinikum-lev.de/zeitinsel
Zum Hintergrund
Wie Wikipedia erläutert, wendet sich die pädiatrische Palliativversorgung an Familien, in denen ein Kind oder ein Jugendlicher an einer nicht heilbaren Krankheit leidet, und schließt die Angehörigen ausdrücklich ein. Typisch für den Ansatz sei, dass sich die Betreuung neben dem schwer kranken Kind ebenso um dessen Eltern und Geschwister kümmere. Sie beginne mit der Diagnosestellung einer lebensbedrohlichen Erkrankung und könne parallel zu kurativen oder lebensverlängernden Therapien erfolgen.
Auf der Zeitinsel arbeiten nach eigenen Angaben unterschiedliche Berufsgruppen zusammen, darunter Kinderärztinnen und Kinderärzte, Pflegefachkräfte, Psychologinnen und Psychologen, Sozialarbeiter sowie Seelsorger. Nach Angaben des Klinikums soll die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessert, Schmerzen sollen gelindert und die Familie soll entlastet werden. Das Angebot gelte unabhängig vom Stadium der Erkrankung.
Zur Aufnahme schreibt das Klinikum, sie könne geplant oder im Krisenfall kurzfristig erfolgen. Die Kosten übernähmen in der Regel die Krankenkassen. Die Station hat laut Klinikum im Juli 2025 ihre Türen geöffnet.
Kommentar der Redaktion
Die Aktion verbindet Fanbegeisterung mit einem Zweck, der sonst wenig Aufmerksamkeit bekommt. Wichtig ist der Hinweis des Klinikums, dass die Station dauerhaft auf Spenden angewiesen ist. Einmalige Aktionen helfen dabei, ersetzen aber keine verlässliche Finanzierung. Offen lässt die Mitteilung, welcher Teil des Betriebs durch Spenden gedeckt werden muss.

