Meckenheim – Am Sonntag, 15. November 2026, steht in der Windecker Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“ der Kantor Salomon Sulzer im Mittelpunkt. Der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Matthias Henke hält dort einen Vortrag über dessen Leben und Werk. Das teilte die Stadt Meckenheim mit.
Sulzer lebte von 1804 bis 1890 und galt als Ausnahmeerscheinung seines Fachs. Schon als Jugendlicher übernahm er die Kantorenstelle der jüdischen Gemeinde Hohenems in Vorarlberg. Im Jahr 1825 wechselte er als Kantor nach Wien.
Zu seinen Bewunderern zählten berühmte Komponisten. Den hebräischen Psalm 92 setzte Franz Schubert eigens für Sulzer in Musik. Franz Liszt besuchte gern das jüdische Bethaus, weil er Sulzers legendären Bariton hören wollte.
Der Referent
Henke arbeitet zurzeit an einer Schubert-Biografie. In seinem Vortrag führt er in Sulzers Leben und Werk ein und stellt dabei auch die Vertonung des Psalms vor. Seine Lehrtätigkeit führte ihn an verschiedene Hochschulen, etwa nach Münster, Kassel, Weingarten und Würzburg. Von 2008 bis 2021 leitete er an der Universität Siegen den Lehrstuhl für Historische Musikwissenschaft. Zwischen 2013 und 2015 war er zugleich Forschungsgastprofessor der Donau-Universität Krems.
Kurz und knapp
- Termin: Sonntag, 15. November 2026, zwischen 14:45 Uhr und 16:15 Uhr
- Veranstaltungsort ist die Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“, Bergstraße 9, 51570 Windeck
- Kosten: Die Teilnahme ist kostenlos
- Anmeldung: nicht erforderlich
Kommentar der Redaktion
Der Abend verbindet Musikgeschichte mit jüdischer Geschichte und bringt einen Namen in Erinnerung, den viele nicht kennen. Interessant dürfte die Verbindung zu Schubert sein, weil der Referent dessen Biografie gerade selbst erarbeitet. Da keine Anmeldung nötig ist und der Eintritt nichts kostet, können Interessierte spontan vorbeikommen.

