Eine Seniorin aus Geilenkirchen ist am 21. Oktober gegen Mittag Opfer eines Schockanrufs geworden. Sie übergab an ihrer Wohnanschrift einen fünfstelligen Geldbetrag an einen Unbekannten, wie die Kreispolizeibehörde Heinsberg mitteilte.
Gegen 13 Uhr nahm die Frau den Anruf entgegen. Der Unbekannte behauptete, ihr Sohn habe einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem jemand ums Leben gekommen sei. Damit der Sohn aus dem Gefängnis entlassen werde, solle sie eine Kaution zahlen. Diese werde ein angeblicher Mitarbeiter des Amtsgerichts abholen.
Gegen 13.30 Uhr kam der Abholer zur Wohnung der Frau und nahm das Geld entgegen. Ein weiterer Mann, etwa gleichaltrig, war nach den Angaben der Polizei bei ihm.
Die Polizei sucht nun Zeugen. Sie fragt, wer den Abholer und seinen Begleiter kennt oder identifizieren kann. Außerdem interessiert sich die Polizei für verdächtige Beobachtungen zur Tatzeit im Bereich Graf-Goltstein-Straße / An St. Johann. Zuständig ist das Kriminalkommissariat 4 der Polizei in Heinsberg. Hinweise lassen sich auch über die Internetseite der Polizei Heinsberg geben.
Kurz und knapp
- Tatzeit: 21. Oktober, Anruf gegen 13 Uhr, Übergabe gegen 13.30 Uhr
- Bereich: Graf-Goltstein-Straße / An St. Johann, Geilenkirchen
- Ansprechstelle: Kriminalkommissariat 4 der Polizei in Heinsberg, Telefon 02452 920 0
- Hinweise auch über die Internetseite der Polizei Heinsberg oder den Link https://polizei.nrw/artikel/anzeige-hinweis
Zum Hintergrund
Die Polizei NRW beschreibt auf ihrer Präventionsseite, wie Schockanrufe ablaufen. Nach diesen Angaben setzen die Täter auf erfundene Erzählungen, mit denen sie ihre Opfer verängstigen und seelisch bedrängen. Sie geben sich etwa als Angehörige aus, die angeblich einen schweren oder sogar tödlichen Unfall verschuldet haben und eine Inhaftierung ausschließlich mit einer Kautionszahlung abwenden könnten.
Als Tipps nennt die Polizei, bei dem geringsten Zweifel aufzulegen. Das sei nicht unhöflich, sondern gebe die Möglichkeit durchzuatmen und sich zu sortieren. Wer sich vergewissern will, ob wirklich ein Verwandter anruft, soll über eine bekannte oder selbst herausgesuchte Rufnummer zurückrufen. Geld oder Wertsachen sollen niemals an Unbekannte übergeben werden. Wirkt ein Anruf verdächtig, empfiehlt die Polizei, sofort die 110 zu wählen.
Wer schon Opfer geworden ist, soll sich auf jeden Fall an die Polizei wenden. Außerdem empfiehlt die Präventionsseite, sich sofort an die Bank zu wenden, damit Zahlungen angehalten oder zurückgeholt werden können. Die Polizei Heinsberg empfiehlt in einer früheren Mitteilung, innerhalb der Familie ein Kennwort zur Identifizierung am Telefon zu vereinbaren und mit älteren Verwandten über die Masche zu sprechen.
Kommentar der Redaktion
Der Fall zeigt, wie schnell die Masche wirkt: Zwischen Anruf und Übergabe lag nur eine halbe Stunde. Wer ältere Angehörige hat, sollte das Kennwort und das Auflegen jetzt besprechen, nicht erst nach einem Anruf. Hilfreich wäre es, wenn sich Zeugen aus dem Wohnumfeld melden und die Polizei unterstützen.

