Düren – Beim traditionellen Erntedankempfang im Kreishaus Düren haben Gäste aus Landwirtschaft, Politik und Gesellschaft auf die Erntesaison zurückgeblickt. Das teilte die Kreisverwaltung Kreis Düren mit. Im Mittelpunkt standen der Dank an die Landwirtinnen und Landwirte und die Sorgen der Betriebe. Rund 80 Gäste waren gekommen.
Dank für den Einsatz beim Waldbrand
Landrat Dr. Ralf Nolten dankte in seiner Begrüßung allen, die Lebensmittel erzeugen. Der volle Supermarkt sei nicht selbstverständlich, so der Landrat. Hinter jedem pflanzlichen wie tierischen Produkt stehe harte Arbeit. Ausdrücklich gelobt wurden außerdem die Landwirtinnen und Landwirte, die beim großen Waldbrand in Hürtgenwald Löschwasser transportiert hatten.
Kosten steigen, Ernten schwanken
Kreisbauernschaftsvorsitzender Erich Gussen beschrieb die Lage der Betriebe. Die Kosten unter anderem für Saatgut, Dünger und Diesel stiegen. Ausbleibender Regen, Hitzeperioden und trockene Böden führten zu Ernteverlusten. „Beim Getreide sind wir im Rheinland vielerorts mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte Gussen. Die Ergebnisse unterschieden sich aber je nach Region, Boden und Betrieb erheblich. Bei Kartoffeln, Mais, Zuckerrüben und Gemüse wögen die Folgen besonders schwer. Gussen forderte weitere finanzielle Unterstützung von der Politik und weniger Bürokratie.
Landfrauen: mehr als Lebensmittelversorgung
Eva-Maria Lieven, Vorsitzende der Kreislandfrauen, hielt einen Vortrag und machte deutlich, dass die Arbeit der Landwirtschaft über die Versorgung mit Lebensmitteln hinausgeht. Wichtig seien eigene Veranstaltungen, die über Gewalt gegen Frauen, Gleichberechtigung und Frauengesundheit informieren. So würden Frauen und damit die ganze Gesellschaft gestärkt. Die Landfrauen seien vielfältig, zuverlässig und pragmatisch, sagte sie. Dank bekamen die Landfrauen außerdem für die erneut anschauliche Dekoration des Saals.
Erntekrone für die Kreisverwaltung
Das Posaunen-Trio der Musikschule Düren begleitete den Empfang musikalisch. Zum Abschluss übergab die Kreisbauernschaft die aufwendig gestaltete Erntekrone feierlich an den Kreis Düren. Künftig steht sie im Foyer der Kreisverwaltung Düren.
Kommentar der Redaktion
Der Empfang zeigt, dass Dank und Sorgen nah beieinanderliegen: Das Lob für den Einsatz beim Waldbrand ist verdient, ersetzt aber keine Antwort auf steigende Kosten. Gussens Forderungen nach Unterstützung und weniger Bürokratie bleiben allgemein. Offen ist, was der Kreis selbst für die Betriebe tun kann. Die Erntekrone im Foyer erinnert Besucher der Kreisverwaltung zumindest an das Thema.

